Namensgeber Prof Dr. Erwin Teufel besucht »seine« Schule und spricht mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs über Aufgabe und Bedeutung von Demokratie
Es ist schon etwas Besonderes, wenn der ehemalige Ministerpräsident des Landes die Schule besucht, die seinen Namen trägt. Gespannt erwarteten die Schülerinnen und Schüler des technischen und kaufmännischen Berufskollegs der Erwin - Teufel - Schule am 5. Mai 2022 den Besuch des Namenspatrons.
Im Fach Geschichte mit Gemeinschaftskunde beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und staatlicher Macht, dabei ergaben sich Fragen nach der Legitimation von Macht und der Partizipation des Individuums in einer Demokratie. Deshalb war es eine wunderbare Möglichkeit diesen Themenkomplex mit einem Vortrag eines Mannes, der selbst aktiv an unserer Demokratie gebaut hat, zu vertiefen. Prof. Dr. Erwin Teufel erläuterte anschaulich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei, sondern mündige Bürgerinnen und Bürger brauche, die sich aktiv an der Volksherrschaft beteiligen. Zunächst definierte er den Begriff Demokratie und kontrastierte, dass das Gegenteil die Diktatur sei, in der der Bürger zum Untertan werde. Bereits nach den ersten Worten war eindrücklich, welchen Wert es hat in einem Staat zu leben der den Menschen als freies, selbstbestimmendes Individuum achtet. Volksherrschaft gelte es zu leben, eben nicht nur Einwohner zu sein, sondern sich als Bürger zu fühlen, der Verantwortung und Engagement ins Gemeinwesen einbringe. Herr Teufel appellierte eindrücklich an die junge Generation, mit Interesse beständig eigenes Wissen zu erweitern, denn unsere Demokratie brauche offene, kritische Bürgerinnen und Bürger, die gestalten. Ohne fundiertes Wissen und einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus sei dies nur schwer möglich. Die anschließende Fragerunde zeigte, dass die Schülerinnen und Schüler wissen wollen. Unterschiedliche Themenbereiche wurden aufgegriffen, beispielsweise wie man es als Politiker schaffe, Menschen gerecht zu behandeln, oder ob die junge Generation in den vergangenen zwei „Coronajahren“ von der Politik vergessen worden sei, bis hin zur Frage, wie sich der Ukraine-Krieg weiter entwickeln könnte. Eine besondere Politikstunde, die Weitblick, tiefe Erfahrungen und eine Verknüpfung zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem bot.